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kopenhagen

character in kopenhagen

Wir haben das Streetart und Graffiti-Mekka der skandinavischen Szene besucht und einige schöne Impressionen und Infos aus Kopenhagen / DK mitgebracht - im Freistaat Christiania geht einiges ... doch wie lang noch?
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fragen an symbol - 2007

Symbol 2007

Wir haben "Symbol" über X Umwege und dunkle Kanäle einen kleinen Fragebogen zuspielen lassen. Hier sind nun die Antworten, die gleichzeitig den Startschuss bilden für eine Serie von Interviews und Specials mit Bremer "Streetart- und Graffiti-Artists". Njoy the stuff!
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die md crew im interview - 2008

Mafia Design 2008

Nichts, als die reine Wahrheit - die Magic Dicks im Kreuzverhör. Look out 4 Maximum Damage!
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interview mit der oPEneYEs crew - 2009

ONES 2009

Präzise, sauber, gut lesbar, dick und blockig - die ONES Crew im Interview!
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interview mit kenmo / tsw - 2009

Kenmo 2009

Be true to your self ! - das Interview mit Kenmo!
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max schaffer 2007

max schaffer

Hier bekommt Ihr einen kleinen Einblick in das grafische und malerische Wirken des bremer Künstlers Max Schaffer. Die Fotos wurden auf der Vernissage der Ausstellung "last call" im November 2007 geschossen.
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u.site fusion 2007

fusion07

Wir waren für Euch auf der letzten Fusion mit der Kamera unterwegs und haben die schönsten Kunstwerke dokumentiert.
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FreedomNow!!!

freedom-now

Das Kunstprojekt "FreedomNow" um Lennart Hilbert wird euch in diesem Special näher gebracht.
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shirt-stencil-druck

max schaffer

Dies ist eine Anleitung, um mit erschwinglichen, ohne Sonderausbildung nutzbaren Mitteln absolut amtliche Ergebnisse im Textildruck zu erzielen.
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Proportionen. Blockstyle. Sauberkeit. 100% Qualität …

Die OpeNEyeS Crew im Interview


Ein Paar typografisch überaus begabte Bremer Writer haben in den vergangenen Jahren mit Ihren Werken die Messlatte für penibel sauber konstruierte, überdimensionale Buchstaben deutlich angehoben und als Newcomer so manches »Hallo« unter den alteingesessenen Verdächtigen provoziert.

Quasi über Nacht entstanden Ihre ersten beeindruckenden Walls, von denen anfangs noch niemand so genau wusste, von wem sie überhaupt stammten – und das ist im Grunde bis heute so geblieben.

Um den Schleier, der diese Crew bis heute umgibt, ein wenig zu lüften und Euch die Jungs, die in den vergangenen Jahren unter den Bremer Writern des Öfteren für runtergeklappte Kiefer gesorgt haben, einmal vorzustellen (und vor allem persönlich zu Wort kommen zu lassen) freuen wir uns heute auf ein ganz besonderes Interview – …


Herzlich willkommen und vielen Dank, dass Ihr Euch dazu bereit erklärt habt, uns ein Paar Fragen zu beantworten – herzlich willkommen, ONES !

Das ist ja mal was. Ich muss ehrlich gestehen, dass es für uns heute eine ganz besondere Ehre ist, Euch ins Kreuzverhör zu nehmen, denn wir sind selber seit langem – wie so viele in Bremen – stille Bewunderer Eurer Kunst und wir freuen uns sehr, dass Ihr heute Zeit für ein Interview gefunden habt.


Wie immer steht bei uns an erster Stelle die Frage nach Eurer Identität. Wie kommt Ihr auf Eure Pseudonyme bzw. den Crewnamen und welche Writer gehören zu den festen »Members« Eurer Crew ? Stellt Euch doch bitte mal kurz vor …

Erst mal danke das wir darum gebeten wurden hier zu sprechen und dann noch einmal danke für das Newcomer … Das lässt uns jünger aussehen.

Also zu unseren Namen:

CROK: Mein Name ist aus einem alten Pseudonym entstanden.

TEXAS: Das hat sich so ergeben, ich mag die Buchstabenkombination. Mit der Todesstrafe und den U.S.A. hab ich nichts am Hut.

DIEB: Ich habe den Aufgabenbereich zum Namen gemacht.

Zur Crew und zu den Angehörigen:

Zum Crew Namen. ONES ergibt sich aus jeweils dem ersten und letzten Buchstaben von OpeN EyeS. Es gibt auch andere Bedeutungen aber damit fing Initial alles an. CROK, TEXAS und DIEB sind die aktiven Mitglieder. Alle malten oder malen gelegentlich andere Schreibweisen ihres Namens oder gänzlich unter anderem Namen. Darauf wollen wir hier aber nicht weiter eingehen.

ONES ergibt sich aus jeweils dem ersten und letzten Buchstaben von OpeN EyeS


Um noch kurz beim Thema Namensgebung zu bleiben: Wir haben schon so manche interne Diskussion darüber geführt, wie man Euren Crewnamen richtig ausspricht. Diese Frage mag für manch andere nebensächlich erscheinen, interessiert uns aber trotzdem – deswegen mal grundsätzlich – »ones« oder »once«?

ONES …!
Aber wer once sagt redet auch von uns und damit können wir leben.


Seit wann existiert Eure Crew genau und habt Ihr Euch schon vorher – unter Umständen jeder für sich – mit Graffiti und / oder Kunst beschäftigt?

Die Crew gibt es erst so richtig seit 2003. 1997 kam der Name allerdings schon einmal auf den Tisch, verschwand angesichts anderer Buchstabenkombinationen allerdings vorerst in der Schublade.

Haha …
Ja klar haben wir vorher schon gemalt und ja, teilweise auch schon in gemeinsamen Crews. Jeder hatte so seine Dinger am laufen und teilweise wurde auch was zusammen unternommen. 2003 haben CROK und TEXAS dann ein anderes Projekt auf Eis gelegt und waren auf der suche nach was neuem, frischen. So besann man sich auf ONES zurück. Wir wollten keine 2 Buchstaben mehr weil wir die satt hatten. Und keine 3 Buchstaben weil die alle hatten, bzw. haben und wir die ebenfalls schon abgearbeitet hatten. Da kamen 4 gerade recht. Dann noch die Tatsache das man es wie einen Namen weglesen kann...
O - N - E - S…perfekt!

Als mir das zu jener Zeit einfiel brauchte ich nicht sonderlich lange um CROK davon zu überzeugen.


Seid ihr in der Hip Hop Szene auch sonst aktiv? Oder bezieht sich euer "sein" nur auf Graffti?

TEXAS: Ich habe mit Hip-Hop nur kurz was zutun gehabt als ich anfing zu malen. Ich hörte Metal als ich mit Graffiti begann. Erst nach längerer Zeit bin ich auf Hip-Hop Musik aufmerksam geworden und begann mich damit zu beschäftigen. Heute höre ich wieder bewehrtes von damals. Hip-Hop interessiert mich nur in Form von Electic-Boogie und Beatboxing.

CROK: Nein, anderweitig bin ich nicht aktiv, kann mich aber fürs Tanzen, Auflegen und Rappen faszinieren.

DIEB: Mein »sein« in der Szene bezieht sich nur auf Graffiti. Das reicht mir auch, weil sich mein Leben nicht nur auf Hip Hop bezieht.

wir haben Skizzen, bzw. Baupläne


Ihr sorgt ja zur Zeit hauptsächlich mit typografischen Arbeiten bzw. fetten Blockletters für Furore. Eure Bilder sind teilweise wirklich extrem sauber und nahezu perfekt konstruiert – benutzt Ihr beim Malen Skizzen als Vorlagen oder malt Ihr ohne derartige Hilfsmittel?

Was heißt hier nahezu?
Alles ist bis ins Detail durchgeplant und besprochen, ausgerechnet und festgelegt. Und ja klar haben wir Skizzen, bzw. Baupläne. Wenn du bei Hilfsmitteln allerdings an Klebeband oder ähnliches denkst müssen wir dich enttäuschen. Entgegen der Behauptung einiger »Szenemietglieder« malen wir Freihand.
Wir verurteilen es aber auch nicht, wenn andere mit dieser Art von Techniken ans Ziel dessen kommen was sie vorhaben.


Wie ist das bei euch wenn ihr Skizzen macht, sind das eher Scribbles oder aufwendigere, kolorierte Sachen? Macht ihr die nur für eine bestimmte Aktion oder malt Ihr auch überher Skizzen?

DIEB: Mir persönlich bringen Wände mehr als Skizzen. Daher mach ich eigentlich nur Bleistift-Scribbles, die ich dann in der Regel auch sprühen will. Ein, zweimal im Jahr kommen dann schon mal aufwendigere Skizzen bei rum, wenn ich darauf Lust habe. Das ist aber eher die Ausnahme.

TEXAS: Ich mache viele Scribbles nebenbei, aber ich habe mich zuletzt den eher aufwendigeren Skizzen in »Farbe und Bunt« verschrieben.
Hintergründe, vereinzelt Charakter, detaillierte Typografische Elemente und so weiter. Ich habe gar nicht die Möglichkeit soviel an der Wand umzusetzen wie ich zeichne. Das ist jedoch eher ein Luxusproblem. Aber ich muss auch nicht jede Skizze an der Wand umsetzen. Wenn gemalt werden soll, nehme ich mir die Skizze auf die ich Bock habe, ich male eine von vor 3 Jahren oder einfach Freistil. Ich bin da nicht so.

CROK: Ich zeichne meine Skizzen fast ausschließlich für Aktionen. Styles die ich zeichne will ich umsetzen. Da dies aber auch mal nicht klappt, bleiben einige Sachen dennoch unveröffentlicht, wie ich es nenne. Oft habe ich auch einfach zu viele Ideen, dann bleibt ebenfalls mal was liegen. Die meisten Skizzen mache ich im Moment S/W, oder schriftlich. Farbe ist für die Wände.


Wie schon gesagt, entwerft Ihr – so scheint es – hauptsächlich dicke Blockstyles mit der Dose. Habt Ihr Euch auch schon an bzw. in anderen Stilen, Techniken oder Disziplinen versucht (z.B. Character oder Streetart-Sachen)?

Na ja, also unsere persönlichen Namen sind ja auch nicht nur Blockstyle und das ein oder andere ONES Bild war auch nicht so simpel.
Was andere »Disziplinen« angeht haben wir eigentlich auch schon alles mal gemacht.
Wir haben uns da hinsichtlich der Möglichkeiten, die Graffiti uns bietet, auf allen Zweigen aktiv eingebracht. Nicht notwendigerweise immer unter unseren bekannten Namen.

Aber jeder setzt Prioritäten anders und wir LIEBEN Sauberkeit


Wir fragen uns, wie Ihr Eure Bilder des Nachts so technisch sauber und präzise an die Wände bringt – gibt es dafür eine einfache Erklärung oder bleibt die Art der Umsetzung Euer Betriebsgeheimnis?

An der Autobahn 6 Stunden bei Minustemperaturen malen und mit Eisklumpen in den Atemschutzmasken nach Hause gehen ist machbar. Und genau deshalb ziehen wir das durch.

Der Rest ist mehr oder weniger gute Technik aufgrund von Übung.
Wenn andere denselben Anspruch an sich stellen würden, so sauber zumalen, könnten die das auch.
Aber jeder setzt Prioritäten anders und wir LIEBEN Sauberkeit. Aber das soll nicht heißen das andere Bilder von uns als schlecht abgetan werden nur weil nen paar drips drin sind oder so...wenn der Style passt, geht das absolut klar.


Gibt es einen Anspruch, dem Ihr grundsätzlich beim Malen versucht, gerecht zu werden oder seht Ihr das eher locker?

Proportionen. Blockstyle. Sauberkeit. 100 % Qualität…


Wenn man sich Eure Styles so anschaut, bekommt man manchmal das Gefühl, dass Ihr schon jetzt ein Level erreicht habt, bei dem eine technische Weiterentwicklung kaum noch möglich ist. Wie empfindet Ihr den Entwicklungsprozess Eurer Crew vom Anfang bis heute und wo seht Ihr Euch beispielsweise in 5-10 Jahren?

Also auf die gesamte Zeit gesehen haben wir uns sicherlich noch gesteigert. Wobei unsere ersten Crew Bilder auch groß und sauber waren.

Was soll in 5 bis 10 Jahren sein?!
Wir sitzen mit Frau und Kind in unseren Wohnungen oder Häusern und erfreuen uns an der Familie.
Die Crew stirbt nie!
Aber die Aktivität wird kontinuierlich nachlassen, wahrscheinlich auch mal wieder aufflammen aber man darf sich da keinen Illusionen hingeben. Wenn man 35 oder 40 Jahre alt ist kann man nicht mehr das bringen was man im alter von 16 - 23 gemacht hat. Das wäre eine total utopische und sehr naive Vorstellung.


Wie siehts mit direkten oder indirekten Reaktionen auf Eure Bilder aus ? Bekommt Ihr (u.U. auch abseits der »Szene«) Feedback auf Euren Stuff – und geschieht das dann eher indirekt oder kommt auch schon mal der Eine oder Andere direkt auf Euch zu? Legt Ihr darauf Wert?

Wenn man 35 oder 40 Jahre alt ist kann man nicht mehr das bringen was man im alter von 16–23 gemacht hat

Wir bekommen mehr Feedback von außen und aus der nationalen Szene als aus der Regionalen. Es herrscht, mit wenigen ausnahmen, nahezu kein Kontakt zur Bremer Szene. Das ist aber auch okay so.
Wir wissen was wir gebracht haben und was wir können, auch ohne großes Feedback


Gibt es ein Erlebnis auf Euren nächtlichen Streifzügen, das Euch in besonders amüsanter oder einschneidender Erinnerung geblieben ist?

Es gibt viele kleine Anekdoten und Geschichten mit Situationskomik und ein wenig Spannung. Aber das kennt ja jeder aktive Maler zu genüge.


Was haltet Ihr von der Bremer Polizei bzw. der Ermittlungsgruppe Graffiti?

Die Frage ist wesentlich komplexer als sie den Anschein macht. Ich werde mich kurz fassen um nicht den Rahmen zu sprengen.

Zur Polizei nur soviel. Überstunden im Gegenwert von gut 2,5 Millionen Euro sowie die generell dünne Personaldecke sorgen sicherlich nicht für eine Übermotivation bei den Kollegen der grün-weiß berittenen Einheiten. Dazu Gesetze und Richter die einfach nicht hart genug durchgreifen. Das ist echt nichts wo die Motivation steigt, dennoch machen die meisten, gemessen an ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten, einen vernünftigen Job.

Bei der EG Graffiti ist das ganze Thema schon sehr viel komplexer.
Mit Klaus Hemmerling fing Ende der 90er alles an. Er hatte ein relativ großes Team, knapp 1000 Vorgänge pro Jahr und musste mit seinem, recht fortgeschrittenem, Alter nur noch wenige Jahre bis zur Pensionierung durchhalten.

Im Anschluss kam Sonja Wolf. Sie war 29 Jahre alt als sie mit der Arbeit in der EG begann. Auch sie hatte ein Team, wenn auch bereits etwas geschrumpft und knapp 1000 Vorgänge im Jahr welche es zu bearbeiten galt. Ihr war egal was da lief oder nicht lief. Mal ehrlich, das es sich hier nur um eine Zwischenstation auf ihrer Karriereleiter handelte war jedem klar.

Nach ihr kam dann Hans-Georg Butt. Er begann seine Arbeit mit 51 Jahren und musste im Gegensatz zu seinen Vorgängern ohne wesentliche Hilfe die gesamte Arbeit übernehmen. Inzwischen waren es zwar nur noch 700 Fälle pro Jahr aber er muss diese allein bearbeiten und ist weder kurz vor seiner Pension noch macht er große Sprünge auf der Karriereleiter.

Sicher, in der Besoldungsgruppe A10 fühlt er sich vermutlich ganz gut aufgehoben doch in dieser hat sich Sonja Wolf bereits im Alter von 29 wieder gefunden. Und die wird inzwischen mit ihren 35 Jahren besser dastehen als er.

Manchmal frag ich mich ob Hans-Georg sich nicht wünscht in der Schule nicht einer dieser Hinterbänkler gewesen zu sein, der beim Sport nichts gebracht hat und bei den Frauen kein Licht gesehen hat und sich nun seinen Respekt durch die Uniform versucht zu holen.

…einfach nur Graffiti in seiner ursprünglichsten Form malen und das Entscheidenste heraus arbeiten. Den Buchstaben!



Ohne Euch zu nahe treten zu wollen … bemessen an Eurem Stil könnte man meinen, Ihr wärt eher in einer Werbeagentur am Abgehen, als auf der Straße … was hat Euch ursprünglich daran gereizt, Graffiti als Kunst- und Ausdrucksform zu wählen?

CROK: Ich habe Graffiti nicht bewusst gewählt. Ich bin da um 1993 (zu der Zeit wusste ich noch nichts von Werbeagenturen) allmählich reingerutscht. Inspiriert von einer Mitschülerin die fanatisch Bubble Letters zeichnete. Eh man sich versieht ist man dann 15 – 16 Jahre dabei und kommt da auch nicht mehr von los.

DIEB: Zuerst einmal muss man nicht in einer Werbeagentur arbeiten, um Blockletters zu malen. Angefangen mit Graffiti hab ich glaub ich wie die meisten. Man fängt einfach an und hört nicht mehr damit auf. Irgendwann ist es dann zur Normalität geworden.

TEXAS: Ich möchte mich Dieb anschließen und hinzufügen, dass wir einfach nur Graffiti in seiner ursprünglichsten Form malen und das Entscheidenste heraus arbeiten. Den Buchstaben!
Ursprünglicher Reiz war vermutlich das nicht alltägliche und provokante. Aber rückwirkend würde ich sagen das lies schnell nach. Nachdem ich erst einmal dabei war, war es der Reiz »des besser werdens« und die Herausforderung der Sache selbst. Die vielen Betätigungsfelder und das es einfach Graffiti war waren der Anreiz.




Habt Ihr einen Webdesign- oder Mediengestaltungs-Hintergrund oder ist Euch das fremd? Beschäftigt Ihr Euch auch mit der Gestaltung von anderen Medien, wie z.B. Flyern, Textilien o.ä. ? Benutzt Ihr auch Grafiksoftware, z.B. bei der Vorarbeit für Eure Bilder?

Mit gewissen gestaltungsspezifischen Details sind wir durchaus vertraut und können somit unserer Wissen über dieses mit positivem Einfluss auf unsere Bilder verwerten. Wir beschäftigen uns eben mit Werbung für Fantasie – im Volksmund Graffiti genannt!

Wir nehmen uns die Zeit, die uns die jeweilige Stelle zugesteht.


Okay, zurück zur Kunst. Gibt es Künstler oder Gestalter, die Euch und Eure Arbeit aktuell beeinflussen oder in der Vergangenheit besonders beeinflusst haben? Woher nehmt Ihr Eure Inspiration?

TEXAS: Ohne einen bestimmten im Blick zuhaben gibt es viele Künstler, aber auch Kunstformen, die eine gewisse Beeinflussung ausüben. Besonders auf nationaler oder auch internationaler Ebene gibt es eine Fülle an guten Künstlern, Gestaltern und Malern die auf eigene Weise eine Inspiration darstellen. Des Weiteren natürlich Berlin, Dortmund sowie Hamburg in den frühen Neunzigern oder aber auch das alte New York, Amsterdam sowie Basel gestern wie heute.

CROK: Heute wo ich etwas mit dem Begriff Werbeagentur anzufangen weiß, muss ich zugeben, durchaus stark von Werbung inspiriert zu werden. Interessant finde ich allerdings auch wie stark Werbung von Graffiti inspiriert wird. Damit meine ich nicht die offensichtlichen Tag oder Style Einflüsse in irgendwelchen Schriftzügen, oder Logos. Sondern vielmehr die Orte an denen Werbung heute stattfindet. Ansonsten bin ich noch belebt durch L.A., das alte New York und das alte Dortmund. Einzelne Künstler oder Gestalter kann und möchte ich hier nicht nennen, es gibt einfach zu viele, deren Arbeiten ich sehr schätze.

DIEB: Klar. Das sind aber zu viele, um sie zu nennen



Habt Ihr einen bestimmten Künstler im Blick, mit dem Ihr bei Gelegenheit definitiv was zusammen machen möchtet oder habt Ihr Euch dahingehend alle Wünsche erfüllt?

Ohne einen bestimmten im Blick zuhaben gibt es viele, besonders auf nationaler Ebene mit denen eine gemeinsame Aktion attraktiv wäre. Wir sind für vieles offen.


Bisher sind mir leider nur die Sachen, die Ihr in Bremen und umzu gemacht habt, bekannt – seid Ihr darüber hinaus schon in anderen Gegenden, vielleicht sogar in anderen Ländern aktiv gewesen?

Deutschlandweit haben wir zahlreiche Städte besucht da wir, wie bereits erwähnt, ohnehin eher Kontakte in die nationale als in die lokale Szene unterhalten.




Um auf das Thema „Streetart“ zu sprechen zu kommen – wie bewertet Ihr den viel zitierten Konflikt zwischen Graffiti und Streetart ? Ist das für Euch ein Thema oder eher nicht?

Leider haben es bisher nur die wenigsten verstanden das man auch eigene Ideen braucht. Das gibt es allerdings nur so vereinzelt das Streetart eher nervt.




Wie nehmt Ihr die Artworks der Streetartkünstler in Eurer Umgebung wahr ? Ist Streetart für Euch eine ernst zu nehmende Ausdrucksform oder belächelt Ihr sowas eher?

(alle lächeln…) teilweise vergeht uns das lachen aber auch.
Wir tolerieren alles, wir respektieren viele aber Anerkennung bekommen nur die wenigsten.




Gibt es Graffitiwalls oder Streetartkreationen hier in der Gegend, die Euch besonders flashen?

Zum Thema Wände:
Bremen-Verden hat eine absOchnNittEsweSise optisch perfekt gestaltete Bahnstrecke. Aber auch im Stadtgebiet gibt es von Zeit zu Zeit nette und ansprechende Produktionen.

…Der Sinn liegt in dem Spaß an der Freude.


Hat Graffiti oder Straßenkunst im Allgemeinen für Euch eigentlich einen besonderen Sinn bzw. Background oder seid Ihr in dieser Beziehung reine »Kreativ-Hedonisten«?

Der Sinn liegt in dem Spaß an der Freude.

Wie siehts denn bei Euch mit der politischen Einstellung aus ? Seid Ihr eindeutig politisch positioniert bzw. vielleicht sogar aktiv oder ist das nicht Euer Ding ? Haltet Ihr Euch für politisch informiert?

Einer von uns hat ein Zeitungsabonnement eines täglich erscheinenden regionalen Printmediums. Wir sind also zu 1/3 voll im Bilde.




Wie siehts bei Euch mit Lokalpatriotismus aus ? Seid Ihr von ganzem Herzen Bremer oder ist es Euch im Grunde egal, in welcher Stadt Ihr lebt und wirkt ? Hat die Stadt Bremen für Euch über den Lebensmittelpunkt hinaus eine besondere Bedeutung?

TEXAS: ich bin Hanseat...und zwar Bremer.

CROK: I ♥ HB

DIEB: 100% Werder




Okay, um langsam zum Ende zu kommen … dieses Interview werden sicherlich einige Menschen und vor allem auch Künstler aus der Region lesen. Gibt es von Eurer Seite Statements bzw. Dinge, die Ihr den Lesern und den Menschen da draußen in dieser turbulenten Zeit mit auf den Weg geben möchtet ? Jetzt habt Ihr die Gelegenheit dazu …

Nein, keine Statements! Man sagt den Fröschen ja auch nicht das man den Teich auspumpt!


Möchtet Ihr noch jemanden grüßen oder Euch vielleicht bei jemandem bedanken?

Danke für das Interview, grüße an Familie und Freunde und des weiteren an das Polizeikommissariat WEST, EG-Graffiti, ihr seht von uns.




Wir bedanken uns – natürlich auch im Namen unserer Leser – für Eure Zeit und das informative Interview und wünschen Euch für Euren weiteren Entwicklungsprozess alles Gute. Wir freuen uns immer, neue Sachen von Euch zu sehen und drücken Euch für das kommende Jahr die Daumen !

Also: Nochmals vielen, vielen Dank – macht weiter so und bleibt unberechenbar !





Und hier gibts noch ein paar Bilder von den Jungs …

ONES - Bildergalerie
CROK - Bildergalerie
DIEB - Bildergalerie
TEXAS - Bildergalerie


Viel Spaß beim Inspirieren lassen wünscht Euch
//streetart-bremen.de



Bremen, im April 2009



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