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kopenhagen

character in kopenhagen

Wir haben das Streetart und Graffiti-Mekka der skandinavischen Szene besucht und einige schöne Impressionen und Infos aus Kopenhagen / DK mitgebracht - im Freistaat Christiania geht einiges ... doch wie lang noch?
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fragen an symbol - 2007

Symbol 2007

Wir haben "Symbol" über X Umwege und dunkle Kanäle einen kleinen Fragebogen zuspielen lassen. Hier sind nun die Antworten, die gleichzeitig den Startschuss bilden für eine Serie von Interviews und Specials mit Bremer "Streetart- und Graffiti-Artists". Njoy the stuff!
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die md crew im interview - 2008

Mafia Design 2008

Nichts, als die reine Wahrheit - die Magic Dicks im Kreuzverhör. Look out 4 Maximum Damage!
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interview mit der oPEneYEs crew - 2009

ONES 2009

Präzise, sauber, gut lesbar, dick und blockig - die ONES Crew im Interview!
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interview mit kenmo / tsw - 2009

Kenmo 2009

Be true to your self ! - das Interview mit Kenmo!
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max schaffer 2007

max schaffer

Hier bekommt Ihr einen kleinen Einblick in das grafische und malerische Wirken des bremer Künstlers Max Schaffer. Die Fotos wurden auf der Vernissage der Ausstellung "last call" im November 2007 geschossen.
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u.site fusion 2007

fusion07

Wir waren für Euch auf der letzten Fusion mit der Kamera unterwegs und haben die schönsten Kunstwerke dokumentiert.
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FreedomNow!!!

freedom-now

Das Kunstprojekt "FreedomNow" um Lennart Hilbert wird euch in diesem Special näher gebracht.
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shirt-stencil-druck

max schaffer

Dies ist eine Anleitung, um mit erschwinglichen, ohne Sonderausbildung nutzbaren Mitteln absolut amtliche Ergebnisse im Textildruck zu erzielen.
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Be true to your self !

Interview mit Kenmo / TSW-Crew ("The Style Warriors")


Kenmo ist in Bremen bereits seit etwa 20 Jahren aktiv und - damals, wie heute - ein fester Bestandteil der Bremer Künstler- und Graffitiszene.

Seine technisch äußerst hochwertigen Pieces und Artworks sind in der Regel verhältnismäßig einfach gehalten - Wildstyles sucht man in Kenmos Repertoire meist vergeblich. Dennoch besticht seine Motivauswahl und sein persönlicher Werdegang mit einer besonders spirituell und psychedelisch fundierten Symbolik, was dem interessierten Betrachter eine tiefgründige Interpretation seiner Werke ermöglicht.

Wir möchten mit diesem Interview Kenmos Background genauer beleuchten, um Euch seinen Werdegang, sein künstlerisches Schaffen und vor allem die Person, die sich hinter dem Künstlernamen verbirgt, näher zu bringen …




Abb.: Graffiti auf dem Gelände des ehemals besetzten Hauses "G18" in der Neustadt (Bremen, 1993)


Yosh Kenmo - wir freuen uns sehr, heute endlich das lang geplante Interview mit Dir umsetzen zu können. Vorab im Namen aller unserer Leser ein herzliches Dankeschön für Deine Bereitschaft, uns Frage und Antwort zu stehen. Kommen wir als Einstieg in unser Gespräch zu unserer ersten, sich immer wiederholenden Frage - wie kommst Du zu Deinem Namen und was verbindest Du mit Ihm ?

Kenmo: Den Namen benutze ich seit Sommer 1990. Ursprünglich habe ich ihn aus der Grußliste einer 80er Jahre Hip-Hop-Scheibe geklaut, deshalb hieß ich erst "Kenmo-II", bevor ich das für unnötigen Unsinn befand und die 2 einfach wegließ.

Darauf übernahm ein anderer damals bekannter Tagger und späterer Bomber den Namen mit der 2. Auch wenn ich manchmal gefoppt wurde mit "Ken wie der Freund von Barbie und Moe wie der Typ aus den Simpsons ?!", verbinde ich mit dem Namen eher etwas japanisch klingendes, und ich bin ein Liebhaber der alten japanischen Kultur.

Im Übrigen gefallen mir die Buchstaben ziemlich gut. Aber im Grunde heiße ich deshalb noch so, weil es einfach mein bekanntester Name wurde: noch heute nennen mich viele Leute so, auch weit außerhalb der Graffiti- und Hip-Hop-"Szene".




Abb.: Auftragsgraffiti für die ehemalige Diskothek "Drome" am Rembertiring (Bremen, 1994)


Du kommst aus einer Familie mit einem künstlerischen Hintergrund - inwiefern hat diese Tatsache zu Deinem persönlichen Werdegang beigetragen ? Ist dieser familiäre Einfluss auch heute noch Teil Deines künstlerischen Schaffens ?

Kenmo: Ich bin einfach seit ich lebe immer von Kunst umgeben gewesen: mein Vater ist Künstler, Fotograf und Kunstlehrer, und sein Vater war Künstler, Grafiker und hat auch unterrichtet. Kein Tag verging, ohne dass ich deren Bilder und ihre Arbeit wahrgenommen hätte. Somit habe auch ich schon früh und gerne gezeichnet, gemalt, fotografiert und auch geschrieben, sowie gelesen.

All das hat mich unweigerlich stark geprägt und ist definitiv bis heute Teil meiner selbst und meines Schaffens, vor allem aber meines Blickes und Gespüres für Ästhetik.


Kannst Du Dich noch an den Moment erinnern, in dem Du zum ersten mal Kontakt mit der Kunstform Graffiti hattest ? Wie hast Du diese Begegnung in Erinnerung ?

Kenmo: Mit 12-13 Jahren hab ich Leichtathletik bei Werder gemacht. Da sind wir immer vom Stadion zur Erdbeerbrücke und zurück gelaufen. Auf einmal gab es da ein Piece unter der Brücke mit 3 Characters, die - wie ich später herausfand - aus "Spraycan Art" geklaut waren.

Einem Trainingspartner von mir gefiel das Bild so gut, daß er mich darauf aufmerksam machte. Das hat mich bewegt und blieb mir bis heute in Erinnerung. Das hat mich neugierig gemacht und ich fragte mich, wer da so einfach Bilder auf Beton sprühte ...




Abb.: Graffiti "KEN" (Hamburg, 1995)


Wie entwickelte sich dann bei Dir der Wunsch, Dich als Graffitiwriter zu versuchen ? War das ursprünglich eine intuitive, impulsive Entscheidung oder ein eher langwieriger, u.U. sogar aktiv geplanter Prozess ?

Kenmo: Auch in der Schule gab es Inspiration: in einer Vertretungsstunde zeigte man uns "Beatstreet". Viele der Jungs aus meiner Klasse kritzelten in den Heften, auf den Tischen und auf den Klos rum, meistens die Initialien. Ich klaute Lackstifte mit meinem Nachbarn, und wir machten kleine Lackstift-Pieces an der Eislaufhalle und auf den steinernen Tischtennisplatten des Schulhofs. Das war so '87 - '88.

Dann gingen wir zu dickeren Eddings über. Mein erstes Tag war "LSD", "L*n*rt S**h**s*n Design". Mit Drogen hatte ich damals allerdings nichts zu tun. Ende 1989 meinte dann mein bester Schulfreund, es sei Zeit, das erste Piece zu sprühen. Also besorgten wir uns ein paar Dosen bei Karstadt, vertaggten diese erstmal, besorgten uns nochmal ein paar Dosen und sprühten Anfang 90 unser erstes Piece: "Magic".

Ich würde sagen, ich bin da einfach so reingewachsen, ohne dass ich den "Plan" gehabt hätte, "Graffitiwriter" zu werden.

Wir lernten durch den ständigen Austausch von kopierten Schwarz-Weiss-Skizzen und aller Graffiti-Fotos, derer wir habhaft werden konnten.




Abb.: Graffiti "Kenmo" (Bremen, 1996)


Gab es zu Beginn Deiner „Karriere“ Anfang der 90er Jahre Writer bzw. Künstler, die Dich evtl. aktiv auf den Weg gebracht oder vielleicht sogar als Tutor begleitet haben ? Wenn ja, wer - und wie kann man sich das konkret vorstellen ?

Kenmo: Der erste Writer, der mir außerhalb der Schule und meines Freundeskreises begegnete, war "Salomon", der später auch als "Scez" und "Keno" bekannt wurde.
Wir wohnten beide in Findorff, trafen uns öfter, und er brachte mir einiges bei. Zum Beispiel zeigte er mir, wie man Buchstaben aus einzelnen Balken aufbaut, und er zeigte mir die damals wichtigsten Graffiti-Spots: die BTS-Halle und die alte Skate-Anlage in der Neustadt, die Silberpieces am Teerhof, Hansa-Bowling, die Polsterhallen und natürlich den Pool am Schlachthof. Zu der Zeit gab es da eine legale Holzwand. Dort traf ich die damalige "TAG"-Crew: "Cash", "Elite" und "Jamaal". Auch die waren sehr offen, und der Austausch mit ihnen brachte mich wiederum weiter. Durch sie lernte ich "Sener" aus Bremerhaven kennen, der damals oft in Bremen malte.

Eines Tages kam es zum Battle zwischen "TAG" und "SGK" aus Bremen-Nord (aus denen später "NK" hervorging), das war im Frühling 1991. Die Schlacht ging friedlich aus und es entstand der erste (und meines Wissens einzige) Writers-Corner der Stadt: jeden Freitag nachmittag mitten in der Fußgängerzone der Innenstadt, in der alten Ansgari-Passage, unweit der vorletzten Adresse des heutigen Graffitiladens ...

Mittlerweile gab es die "TSW"-Crew ("The Style Warriorz") mit "Caras", "Maze" u.a. aus Bremerhaven, sowie natürlich "Tobe", "Speed", "Menace", "Porno", "Pyro", "Cap3" u.v.m. - dort traf man auch "Wow", "Ska", "Oleone", "Holk", "Havok", "Rusty" kam aus München dazu, und und und ...

Das alles hat nicht nur mich auf den Weg gebracht, sondern die ganze (ältere) Bremer Szene. Wir lernten durch den ständigen Austausch von kopierten Schwarz-Weiss-Skizzen und aller Graffiti-Fotos, derer wir habhaft werden konnten. Erst später kam dann "On The Run" und andere Graffiti-Magazine.




Abb.: Graffiti "Ganja" (Bremen, 1997)


Du engagierst Dich bereits seit Jahren aktiv im Bereich der Nachwuchsförderung (wir kommen im weiteren Verlauf noch genauer darauf zu sprechen) – aber vorab: Beruht Dein heutiges Engagement eventuell darauf, dass man sich auch zu Beginn Deiner künstlerischen Laufbahn intensiv mit Dir auseinandergesetzt und Dich in Deiner Entwicklung unterstützt hat – oder hat das andere Gründe ?


Kenmo: Die Einschätzung, daß ich mich in der Nachwuchsförderung aktiv engagiere, erscheint mir übertrieben. Auch kommt es mir nicht so vor, daß sich andere Writer ganz intensiv mit mir beschäftigt oder mich speziell gefördert hätten. Obschon ich unterstützt worden bin, aber das hat sich - glaube ich - eher so ergeben, als daß jemand explizit den Plan dazu gehabt hätte.

Nein, ich glaube, meine Arbeit in Graffiti-Workshops und -Kursen hat sich eher dadurch ergeben, daß ich neben künstlerischen Fähigkeiten eben auch pädagogisches Potential habe - welches ebenfalls in meiner Familie liegt. Außerdem laufen die Kurse für mich gerade besser als etwaige Auftragsarbeiten ...






Es gibt sicherlich Künstler, deren Arbeit Dich noch heute beeinflusst oder inspiriert – wer kommt Dir in diesem Zusammenhang als erstes in den Sinn ?

Kenmo: In diesem Interview-Zusammenhang erstmal mein Vater und mein Opa, daß wird wohl auch immer so bleiben. Aber dann beschäftige ich mich im Moment ziemlich stark mit Joseph Beuys, wenn auch eher mit seinen Gedanken, als mit seinen Werken - davon kenne ich nicht viele.

Wer mich auch inspiriert bzw. bewegt, ist Alex Grey, H.R.Giger, M.C.Esher, na ja und Banksy - mal abgesehen von vielen, vielen anderen Writern ...




Abb.: Sketch "Death-Birth-Transcendance" (1997)


Als Dein Name Anfang / Mitte der 90er Jahre in Deutschland bekannt und die Graffitiszene immer vernetzter und aktiver wurde, warst Du viel kreuz und quer in Deutschland von Jam zu Jam unterwegs und hast auf Deinen Trips viele Künstler getroffen.

Mit welchen dieser Menschen hattest Du damals eine besondere Verbindung und warum ? Bestehen nach wie vor Kontakte zu Künstlern, die Du in dieser Zeit getroffen hast ?

Kenmo: Eine besondere Verbindung hatte ich in erster Linie zu den oben genannten Writern aus Bremen, Bremen-Nord und Bremerhaven - wir trafen uns einfach überall. Desweiteren hatte ich eine starke Connection nach Hamburg, der Ursprung dessen lag aber vielmehr in der Teilnahme am Wettbewerb.


Im Jahr 1993 hast Du bei dem deutschlandweit ausgeschriebenen Graffiti-Wettbewerb des HVV in Hamburg den zweiten Platz belegt. Wie kam es zu Deiner Teilnahme und welche direkten und indirekten Folgen hatte Deine Teilnahme bzw. Prämierung für Dich und Deine Laufbahn ?

Kenmo: 1992 bin ich oft zum Dosen kaufen zu "Tapeten-Hesse" nach Hamburg gefahren. Das war damals das einzige Geschäft für Graffiti-Bedarf in ganz Norddeutschland ! Im Herbst ´92 lagen dort Flyer aus, daß Teilnehmer für einen Graffiti-Wettbewerb im Frühjahr 1993 gesucht würden - man mußte sich mit Einsenden einer Skizze bewerben. Ich schickte eine ab und bekam Wochen später - zu meiner Überraschung - eine Einladung zur Teilnahme.

Hin- und Rückfahrt, eine Woche Aufenthalt in der Jugendherberge, Material und Verpflegung wurden komplett bezahlt, aber die Veranstaltung lag mitten in der Schulzeit! Es gelang mir, meine Lehrer auf einer für mich einberufenen Konferenz wegen Fehlzeiten, Verspätungen und mangelnder Arbeitsmoral davon zu überzeugen, mich für diese Woche zu beurlauben ...

In Hamburg angekommen teilte ich mir das Zimmer mit Sener und zwei Writern aus Dresden. Beim Malen auf dem Kampnagelgelände lernte ich Sonny Tee aka. Jase kennen - einen damals sehr bekannten Writer und Breaker. Er erzählte mir, die 25 Teilnehmer wären aus angeblich ca. 400 Bewerbern ausgewählt worden - ich konnte mein Glück kaum fassen !

Da unsere Wettbewerbsbilder schon fertig waren, malten Sonny und ich gleich am nächsten Tag zusammen am "Treff", während "Udu" (beste Graffiti-Sozialarbeiterin der Welt - DANKE FÜR ALLES!!!) leckere Waffeln backte. Es war der absolute Hit, meine TSW-Kumpelz und sogar meine Eltern kamen zu Besuch.

Zur gleichen Zeit erschien Daim zusammen mit Hesh verspätet zum Wettbewerb und die meisten Teilnehmer stöhnten auf, weil sie wußten, daß dies ihre Chance auf einen Preis beträchtlich schmälern würde. Mir machte das nix aus, es ging mir einfach nur gut.

Auf dem Gelände traf ich dann noch jemanden wieder, den ich vom legendären Oldenburger Hip Hop-Jam des Sommers ´92 kannte - mit der unvergessenen Fahrt des ersten Zuges nach Bremen, in dem Hunderte B-Boys und Writer surften und taggten, was das Zeug hielt ... wir freundeten uns an und malten fortan in einer Crew, zu der auch mehrere seiner Hamburger- und meiner Bremer Kollegen gehörten.




Abb.: Beitrag zum Graffiti-Wettbewerb des HVV (1993)


Drei Wochen später fand die Prämierung statt. Es war eine große Veranstaltung mit Bühne, Musik und Presse. Ich war echt geflasht, als ich hörte, das ich den 2. Platz bekam ! Auf Platz 1 waren natürlich Daim + Hesh, auf Platz 3 Sener und auf Platz 4 Jase - den Rest weiß ich nicht mehr.

Mein Preis war eine Auftragsarbeit für die Boutique Meyer am Gänsemarkt. Dafür bekam ich 2000 DM + viele, viele Dosen. Außerdem kam ich ein weiteres Mal in die Zeitung und es gab noch ein Radio-Interview mit Daim, Hesh, Sener + mir. Im Sommer des Jahres ´93 wurde ich nach Dresden eingeladen, malte in Itzehoe und München, Jase kam mit Cario und Romeo nach Bremen und und und ... - es war einfach eine geile Zeit und hat mir einen unheimlichen Schub nach vorne verpasst !


Im Laufe der kommenden Jahre hast Du zunehmend mehr Auftragsarbeiten angenommen und angefangen, mit Graffiti Geld zu verdienen. Wie kam es dazu und wie bewertest Du diese Entwicklung heute rückblickend ? Stand für Dich dabei der finanzielle Aspekt im Vordergrund oder hast Du eher nach Möglichkeiten gesucht, Deine Skills zu verbessern ?

Kenmo: Ich habe von Anfang an auch Auftragsarbeiten gemacht: für meine Schule, den Kindergarten nebenan, für Lehrer privat und dann eben auch "kommerziell". Das hat sich einfach so ergeben, wie alles andere eben auch - es sollte einfach so sein.

Wenn ich mir Aufträge gesucht habe, dann geschah das in erster Linie, um Material zu sammeln für andere Projekte. Natürlich hat´s mir auch gefallen, dafür Geld zu bekommen, mitunter sogar gut bezahlt zu werden - das ist ja keine Frage. Und zusätzlich haben mir die Aufträge mit ungewohnten Vorgaben / Herausforderungen sehr geholfen, mein Talent weiter zu entwickeln, etwas mehr Disziplin zu gewinnen und noch mehr von dem Künstler in mir auf die Welt zu bringen.

Insofern stehe ich bis heute zu meinen Auftragswerken, wenn ich auch bei weitem nicht alle toll finde, bzw. einige schon früher nicht allzu gelungen fand - aber was soll´s !?




Abb.: Auftragsgraffiti für die Bereitschaftspolizei "Niedersachsendamm" (Detail) (Bremen, 2000)


Eine Auftragsarbeit der ganz besonderen Art hast Du mit der Wall für die „Bereitschaftspolizei Niedersachsendamm“ in Bremen abgeliefert – es ist bestimmt für viele Leser und vor allem Writer schwer nachvollziehbar, wie es zu einem solchen Auftrag kommen konnte. Erzähl doch mal genau, wie das damals vor sich ging …

Kenmo: Das hat sich folgendermaßen ergeben: Kumpels von mir malten an einer legalen Wand in der Nähe eines Schießstandes. Dort wurden sie angesprochen von einem Polizisten, der auch privat gern schießen ging. Er wollte sie beauftragen, ein Bild an der Waffenkammer der Polizei zu sprühen, richtig offiziell, als Auftragsarbeit.

Ein damaliger Freund von mir ließ sich die Telefonnummer des Beamten geben, aber dann war ihm die Sache nicht geheuer und er fragte mich, ob ich es tun würde. Ich sagte sofort zu - eine bezahlte Auftragsarbeit an der Waffenkammer, dem Herz der Polizeimacht, sozusagen in der Höhle des Löwen, wie hätte ich DAS ablehnen können !?!

Zudem ergab es sich, daß die Beamten von sich aus ein Werk wünschten, das sich kritisch mit Waffeneinsatz und Paragraphenreiterei auseinandersetzte. Ich wurde dort sehr respektvoll behandelt, und ich wurde mehr als Künstler anerkannt und mir mehr künstlerische Freiheit zugestanden, als bei vielen anderen Aufträgen. Obendrein gab es eine ganze Menge lustiger Situationen, z.B. wenn ich mit dem klapprigen alten Fiesta eines Freundes, der Dutzende Goa-Festivals mitgemacht hatte und aus dem ein Reggae-Tape "Cocaine in my brain" tönte, beim ahnungslosen Pförtner vorfuhr und ihn bat, mich durchzulassen, da ich mein Graffiti an der Waffenkammer weitersprühen wolle ... - "Sie wollen WAS ???"

Oder wenn ich ein paar ratlosen auszubildenden Mädels erklären mußte, die Beamten der Waffenkammer seien gerade in der Waffenwerkstatt, und wo diese wiederum zu finden sei, und sie zu mir sagten "Pass Du mal solange auf die Munitionskiste auf" ... !

Das war im Jahr 2000, und dort hatte ich einmal in meinem Leben die Chance, mit Bezahlung + künstlerischer Anerkennung genau DIE Message loszuwerden, die ich jahrelang indirekt zum Ausdruck gebracht hatte und dafür verfolgt worden war - und das auch noch an genau DIESEM Ort.

Das war für mich eine Gunst des Schicksals. Im Grunde war ich der Löwe in DEREN Höhle ! Am Ende gab es eine feierliche Enthüllung mit Kaffee und Kuchen, Fotos für die Polizei-Zeitung und lobenden Worten des kunstliebenden Chefs vor Ort ... - warum sollte ich DAS ablehnen ?




Abb.: Graffiti "Ganja" (Bremen, 1998)


Wie man Deiner Vita entnehmen kann, hast Du dann zunehmend begonnen, mit der Dose auf Leinwänden zu arbeiten und machst das ja nach wie vor … was war für Dich der ausschlaggebende Grund dafür – und wie unterscheidet sich für Dich persönlich das Arbeiten auf Leinwänden von der ursprünglichen Art und Weise, Wände mit Graffiti zu gestalten ?

Kenmo: Auch dies ist mir im Grunde einfach zugefallen. Schon beim Wettbewerb, aber auch bei anderen öffentlichen Graffiti-Aktionen wurde auf Holzplatten gearbeitet. Dann, im Frühjahr 1998, kam die Austellung in der Galerie Steinbrecher am Dobben, Bremens erste offizielle Graffiti-Ausstellung, über die sich der damalige Leiter der Weserburg, Thomas Deecke, schon im Vorfeld das Maul zerriß.

Auf Leinwänden ist der Raum begrenzt, deshalb neigt man eher dazu, technisch anspruchsvoller zu arbeiten und / oder noch mehr die Essenz seiner Aussage herauszukristallisieren.

Dafür arbeiteten wir alle auf Leinwand, für mich war es das erste Mal. Die Ausstellung war übrigens ein voller Erfolg, allein am Eröffnungsabend kamen fast 1000 Leute (soviele wie zu keiner anderen Vernissage dort), es gab viele Zeitungsartikel und das ZDF berichtete darüber. Das hat für mich entscheidend dazu beigetragen, auf Leinwand zu arbeiten - obwohl mir vom Untergrund her gewisse Holzplatten lieber sind, und zwar die typische Schrankrückwand mit einer glatten und einer rauhen Seite, und davon die rauhe, mit etwas Binderfarbe grundiert, mmmh, perfekt! Man findet sie auf dem Sperrmüll - wer mir welche schenken will, nur zu !

Natürlich ist auf solchen Formaten der Raum begrenzt, deshalb neigt man eher dazu, technisch anspruchsvoller zu arbeiten und / oder noch mehr die Essenz seiner Aussage herauszukristallisieren. Manchmal ist mir das zu klein, und ich bin froh, wenn ich mich irgendwo mehr austoben kann.




Abb.: PKW-Graffiti "Sprout" im Rahmen des Sproutbau-Projekts (Bremen, 2007)


Im Laufe der vergangenen Jahre hast Du sehr viele verschiedene Medien gestaltet – u.a. Wände, Leinwände, Flyer, Sticker, Schablonen, Objekte, Autos und Kleidung … gibt es Medien, die Dir besonders zusagen oder Dich besonders fordern ?
Wenn ja, welche – und inwiefern ?

Kenmo: Im Prinzip ist mir jedes Medium recht, alles ist interessant. Was mir jedoch in den letzten Jahren gefehlt hat, wäre mal wieder eine richtig große Wand von 50, 100 oder mehr Quadratmetern zu gestalten. Darauf habe ich Bock. Leider aber ist es um meine Dosenvorräte nicht mehr so gut bestellt, wie mit Anfang 20 ...

Im Prinzip ist mir jedes Medium recht, alles ist interessant.


In Deinen Bildern verwendest Du häufig Symbole und Ornamente, die religiösen Symbolen ähneln. Wie kommst Du dazu – und welche Beziehung hast Du zu Religionen im Allgemeinen ? Bist Du ein gläubiger Mensch ?

Kenmo: Ich bin sicherlich kein gläubiger Mensch im herkömmlichen Sinne: ich bin weder getauft, noch konfirmiert, noch gehöre ich irgendeiner wie auch immer gearteten religiösen Organisation an. Meine Eltern traten aus der Kirche aus und lehrten mich, skeptisch und kritisch und selber zu denken. Dennoch hatte ich schon als Jugendlicher eigene, rudimentäre Vorstellungen von den großen Fragen nach der Quelle des Lebens, einem Leben nach dem Tod usw.

Mit Anfang 20 machte ich dann erste psychedelische Erfahrungen, die eine radikale Öffnung für diese Themen bewirkten. Als Acid-Head würde ich sagen: "Ich glaube nicht, ich WEIß !" Worauf der skeptische Rationalist natürlich sofort antworten würde: "Du GLAUBST zu wissen." Darum stellt es sich für mich heute folgendermaßen dar: meine emotionale Seite glaubt zu wissen, und meine rationale Seite weiß zu glauben.

Mit Religionen im Allgemeinen, und mit religiösen Organisationen im Besonderen weiß ich in der Regel nicht viel anzufangen - obwohl ich anerkenne, daß diese nicht nur schlechtes, sondern (ab und zu) auch gutes bewirken können. Mit dem Begriff Religion an sich kann ich mich nur dem Wortsinne nach verbinden: "Rück-Verbindung" zum Ursprung / der Quelle (in mir selbst).

Ich erinnere mich, wie ich 1992 im Hamburger Treff bei einer Diskussion für einen Radiobericht "Sheo" sagen hörte, Graffiti sei seine Religion. Das ist bei mir hängengeblieben, und ich glaube wirklich, das Kunst im Sinne einer schöpferischen Handlung Religion im oben genannten Wortsinne ist.

Da mich diese Themen beschäftigen, schlagen sie sich natürlich auch in meinen Werken nieder - ich bemühe mich ja um authentischen Selbst-Ausdruck !




Abb.: Graffiti "Desolation Angel" im Rahmen des Sproutbau-Projekts (Bremen, 2007)


Wie viele Bremer Künstler wissen, hast Du eine ganz besondere Beziehung zum Thema Spiritualität. Was bedeutet „Spiritualität“ für Dich und in welcher Art und Weise beeinflusst Dich dieses Thema künstlerisch ?

Kenmo: Spiritualität ist für mich ein anderer Ausdruck für (echte) Religiosität, mit dem ich mich jahrelang besser anfreunden konnte. Spiritualität bedeutet für mich: zu beten (chanten, meditieren...), als ob alles von GOTT (dem Spirit, der Quelle ...) abhinge - und zu arbeiten, als ob alles von mir SELBST abhinge (was in Wahrheit "wahr-scheinlich" das Gleiche ist ...)!

Da künstlerische Arbeit für mich authentischen Selbst-Ausdruck bedeutet, schlägt sich das natürlich auch in meinen Werken ... (siehe oben)

Spiritualität bedeutet für mich: zu beten [...], als ob alles von GOTT [...] abhinge - und zu arbeiten, als ob alles von mir SELBST abhinge.


Wie schon vorab erwähnt, bist Du immer wieder an Projekten beteiligt, die sich zur Aufgabe gemacht haben, junge WriterInnen zu unterstützen und zu fördern. Was für Projekte hast Du bisher unterstützt – und gibt es Workshops oder Projekte, die zur Zeit statt finden ?

Kenmo: In den 90er Jahren habe ich 2-3 Graffiti-Workshops mit dem Bremer Jugendring mitgestaltet - allerdings haben wir, wenn ich mich recht erinnere, dort eher selbst gemalt, als andere anzuleiten ...

Wir haben auch mit der Crew von der Steinbrecher-Ausstellung einen sehr gut bezahlten Graffiti-Workshop für Mitarbeiter der Firma Mars gegeben. Das war lustig, einen Haufen Leute, die viel älter waren als wir, in Einweg-Overalls mit Atemschutzmaske und Gummihandschuhen Graffiti sprühen zu sehen !

Zur Zeit gebe ich zwei Graffiti-Kurse, einen in der Neustadt und einen in Huchting. In Huchting sind wir gerade damit beschäftigt, eine bezahlte Wandgestaltung für das Stadtteilhaus umzusetzen.




Abb.: Holzplatte "From Chaos to Border" (Bremen, 2009)


Erzähl uns doch bitte, welche Erfahrungen Du in der Zusammenarbeit mit den TeilnehmerInnen Deiner Workshops gesammelt hast – gibst Du bei den Projekten hauptsächlich Deine Skills weiter oder nimmst Du aus den Projekten gleichermaßen Input für Dich mit nach Hause ?

Gibt es Situationen in der Zusammenarbeit mit den jungen KünstlerInnen, an die Du Dich besonders gern oder besonders häufig erinnerst ?

Kenmo: Eigentlich habe ich aus meiner Sicht noch nicht viele Erfahrungen damit. Es fängt gerade so richtig an. Aber im Vergleich zu anderer Jugendarbeit als "Streetworker" (die ich nicht wieder machen möchte), bin ich hier sehr froh, echt motivierte Kids und Jugendliche zu treffen.

Auch bin ich beeindruckt, was sie teilweise an Talent mitbringen, als 11-, 13- oder 16-Jährige - möglicherweise mehr, als ich damals hatte. In erster Linie gebe ich meine Skills und Erfahrungen weiter, aber ich lerne auch selber weiter - vorrangig deshalb, weil wenn die alle zeichnen oder sprühen, habe ich manchmal Zeit, dasselbe zu tun, und wann hat man das sonst bei der Arbeit ?




Abb.: Graffiti "Genesis" - Konzept von Tobe & Kenmo (Bremen, 2006)


Um zum Thema „Streetart“ zu kommen: Die Jungs von „Mafia Design“ haben in unserem letzten Interview ein markantes Statement zum Thema abgegeben:

Zitat: „[…] Im Krieg kämpft man nicht mit Wasserpistolen […]“

Wie stehst Du persönlich zum Thema „Streetart“ ? Ist Graffiti für Dich eine Teilmenge der Kunstformen, die man unter der Bezeichnung „Streetart“ zusammenfasst oder empfindest Du Graffiti und Streetart grundsätzlich als völlig unterschiedliche Kunstformen ?

Kenmo: "Graffiti" und "Streetart" sind zunächst mal einfach nur Namen. "Namen sind Gräber" sagte mal eine alte (weise ?) Frau zu mir. Auf jeden Fall aber sind es Schubladen. Manchmal können diese nützlich sein.

Früher fanden manche Writer den Begriff "Graffiti" für ihr Tun nicht passend, andere benutz(t)en ihn einfach, wieder andere identifizier(t)en sich damit. Mit "Streetart" ist es nicht anders. Für mich ist "Graffiti" auch "Streetart", da es sich überwiegend auf der Straße ereignet. Für mich ist "Streetart" auch "Graffiti", da sie sich überwiegend auf Wänden ereignet ...

Aber ein signifikanter Unterschied scheint mir zu sein, daß das Thema bei "Streetart" nicht immer nur der eigene Name ist - und das kann den Horizont erweitern. Aber andererseits: nichts gegen "just writin´ my name" ! Obwohl mir persönlich mittlerweile ein bißchen mehr als das ein bißchen besser gefällt.




Abb.: Graffiti "KEN" (Bremen, 2007)


Straßenkunst erfüllt vielfältigste Funktionen. Zum Einen soll sie auf naive Art und Weise unterhaltsam sein - aber andererseits auch zum Nachdenken anregen und häufig ernsthafte gesellschaftskritische oder politische Botschaften transportieren.

Nutzt Du die Kunst, um Dich auch diesbezüglich auszudrücken oder ist es eher die Ausnahme, dass Du „Messages“ in Deine Werke integrierst ?

Welche Funktionen erfüllen die Kunstformen Graffiti und „Streetart“ für Dich persönlich ?

Kenmo: Für mich ist mein Werk oft schon die "Message" in sich. Insofern fühle ich meist gar keine Notwendigkeit, eine besondere Message hinzuzufügen, was aber nicht heißt, daß sich keine Messages in meinen Werken finden ließen - für die, die Augen haben zu sehen !




Abb.: Banner "4 Elemente" für einen Jam in der G18 (Bremen, 2007)


Lässt Du Dich von den Orten, an denen Du Deine Bilder platzierst, bei der Motivwahl inspirieren oder hast Du zuerst eine Skizze parat, nach der Du dann den entsprechenden Ort aussuchst ?

Kenmo: Sowohl als auch, beides kommt vor. Ich mag die Vorstellung, ein Werk passend zur Umgebung zu schaffen. Manchmal aber muß ich einfach etwas ganz bestimmtes machen und hoffe dann auf einen guten Ort dafür.




Abb.: Holzplatte "Apokalypse 2012" (Bremen, 2009)


Wir leben zur Zeit in einer weltpolitisch und wirtschaftlich betrachtet äußerst bewegten Epoche. Wie nimmst Du die weltpolitischen Geschehnisse um Dich herum wahr und wie informierst Du Dich über diese Themen ?

Gibt es Themenkomplexe oder Tendenzen, die Dir insbesondere Sorge bereiten oder Dir aber auch Anlass zur Hoffnung geben ? Wenn ja, welche – und inwiefern ?

Kenmo: Wir leben in einer in jeder Hinsicht äußerst bewegten Epoche. Ich nehme wahr, daß wir uns in einer dramatischen globalen Wandlungsphase befinden, wie es ja auch von unterschiedlichen Seiten auf viele verschiedene Arten beschrieben worden ist. Schlagworte: "Weltwirtschaftskrise", "Klimakatastrophe", "New World Order", Weltregierung, Illuminaten, 9/11, Totale Überwachung, Mikrochip-Implantate, Apokalypse, 2012 ...

Diese Dinge machen mir gleichermaßen Sorge wie auch Hoffnung. Sorge deshalb, weil die Menschheit vor der ganz realen Möglichkeit einer nie gekannten Unterdrückung und Versklavung steht - und Hoffnung deshalb, weil die Menschheit vor der ganz realen Möglichkeit einer bislang unbekannten Befreiung und Verwirklichung steht. - THE CHOICE IS YOURS !!!

Hoffnung macht mir auch, daß viele Menschen heute viel offener sind als noch in den 90ern - andererseits macht mir Sorge, daß genau dies heute schärfer überwacht wird als je zuvor. Zuversicht gibt mir seit vielen Jahren immer wieder der von Castaneda / Don Juan heraufbeschworene Kriegergeist, der sich auch in der asiatischen Philosophie z.B. des ZEN wiederfinden lässt. Es gibt alte Prophezeiungen im Westen wie im Osten, amerikanische Ureinwohner sprechen von den Regenbogen-Kriegern, asiatische von den Kriegern von Shambala - wer Panik bekommt, sollte sich vielleicht mal damit befassen. Und wenn es noch so dramatisch und katastrophal werden sollte - am Ende wird alles gut !

Ohne Internet geht´s anscheinend heute nicht mehr.




Abb.: Leinwand "Ankunft" aus der Serie "Breakthrough" (2007-2009)


Stichwort Myspace: Das Internet gewinnt zunehmend an Bedeutung – sowohl gesellschaftlich im Allgemeinen als auch insbesondere als Plattform für Künstler. Welche Bedeutung hat das Internet für Dich – und wie hat sich Dein Umgang mit dem Medium in den vergangenen Jahren verändert ?

Kenmo: Ich habe mich lange von Computern und dem Internet ferngehalten. Ende der 90er habe ich mich zum ersten Mal mit Computer-Grafik beschäftigt, mit dem Internet hatte ich kaum was zu tun.

Erst 2002 habe ich mir den ersten eigenen Rechner gekauft, einen G3-Mac, nur zu Grafik-Zwecken im Printbereich. Ungefähr seit der Zeit habe ich eine Email-Adresse und zwei Domains, auf denen bis jetzt (noch) nichts zu sehen ist (vielleicht in diesem Sommer ?!). Ende 2006 / Anfang 2007 dann meinte Havok, ich bräuchte unbedingt ein Myspace-Profil, dort träfe man so viele alte Bekannte ... - ich meinte, da hätte ich doch lieber gleich ne richtige Webseite.

Tja, im Frühsommer 2007 dann kam er an und sagte, er hätte mir jetzt ein Profil gemacht und ich hätte schon mehrere Freunde. Dann erst habe ich mich der Sache angenommen. Im Laufe der Zeit ergaben sich dadurch gute Kontakte und Feedback für mich, sowie ein Bildverkauf, die Teilnahme an der "White Gallery" 2007 in Hamburg u.a. ...

Mittlerweile kommuniziere ich mehr über das Internet als per Telefon, und es ist meine Hauptpräsentationsfläche geworden, was ich z.Tl. etwas schade finde, aber es bringt mir auch viele Vorteile. Ohne Internet geht´s anscheinend heute nicht mehr.




Abb.: T-Shirt-Entwurf "Entheogen" (erhältlich unter http://www.fairtragen.de)


Zum Ende des Interviews noch ein kleines Brainstorming … wir werfen einige Stichwörter in den Raum und Du hast jeweils 5 Sekunden Zeit, den Satz zu vollenden – let’s go !

Liebe … heilt

Freiheit … ruft

Dieses Interview … erinnert mich an alte Zeiten

Bremen ist für mich … die Stadt an der Weser

In 20 Jahren sind wir … entweder tot, oder mikro-gechipt, oder leben in völlig neuen Dimensionen

Die Bundesregierung … ist ein Marketing-Gag

Kunst gibt mir die Möglichkeit, … die Magie der Schöpfung zu erfahren

Wenn ich ein Tier wäre, wäre ich … ein Jaguar

Die „Demokratie“, in der wir leben, ist … keine

Wenn ich mir eines für die Zukunft wünsche, ist das … eine Zukunft

Wenn ich heute 100.000,- € gewinnen würde, würde ich … auf Reisen gehen

Die Hauptursache für Rechtsextremismus ist meiner Meinung nach … ein Gehirndefekt

Wenn ich ein Plattencover eines Künstlers meiner Wahl gestalten dürfte, wäre das … KRS-ONE

Wenn ich eine Entscheidung in meinem Leben rückgängig machen könnte, würde ich … weiter zu meinen Entscheidungen stehen




Abb.: Graffiti "Star Warriorz" auf dem U.Site Fusion Festival (Lärz, 2003)


Zu guter letzt geben wir unseren Interviewpartnern die Gelegenheit, sich direkt an die Leser zu wenden und noch die eine oder andere direkte „Message“ loszuwerden.

Gibt es etwas, was Du den Menschen da draußen - egal ob Writer oder nicht - mit auf den Weg geben möchtest ?

Kenmo: Sei achtsam, lebe intensiv und mit offenen Sinnen. Das Wunder Deines Lebens entfaltet sich jeden Augenblick auf´s Neue - lass´ es nicht vergeblich auf Dich warten ! Aber vor allem: Sei Jetzt + Hier + Ganz Du-Selbst - be true to your self !
One Love.




Abb.: Graffiti "HIM" (Bremen, 2008)


Wir bedanken uns für Deine Zeit und Deine Mühe – und wünschen Dir für Deinen weiteren Weg alles Gute - und natürlich immer die nötige Portion Rückenwind für alle Deine Projekte.

Vielen Dank !




Abb.: Graffiti "Spirit" (Bremen, 1996)


Und zum Abschluss gibts wie immer noch ein paar Bilder für Euch

Kenmo's Profil auf Myspace
Kenmo's Galerie auf Myspace


Viel Spaß beim Inspirieren lassen wünscht Euch
//streetart-bremen.de



Bremen, im Juni 2009



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